Ameisen richtig füttern

Die richtige Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gesunde und wachsende Ameisenkolonie. Ameisen benötigen verschiedene Nährstoffe, um Energie zu gewinnen, ihre Brut zu versorgen und ihre täglichen Aufgaben innerhalb der Kolonie zu erfüllen. Dabei unterscheidet sich die Ernährung je nach Ameisenart, Koloniegröße und Entwicklungsphase.

Grundsätzlich benötigen die meisten Ameisenarten zwei Hauptnährstoffe: Kohlenhydrate und Proteine. Während Kohlenhydrate vor allem als Energiequelle für die Arbeiterinnen dienen, sind Proteine besonders wichtig für das Wachstum der Brut und die Entwicklung neuer Ameisen.

Wenn Ameisen in einem Formicarium gehalten werden, ist es die Aufgabe des Halters, diese Nährstoffe regelmäßig und in geeigneter Form bereitzustellen.

Kohlenhydrate – Energie für die Ameisen

Kohlenhydrate liefern Ameisen die Energie, die sie für ihre täglichen Aktivitäten benötigen. Dazu gehören unter anderem:

  • Nahrungssuche

  • Nestbau

  • Pflege der Brut

  • Verteidigung der Kolonie

In der Natur nehmen Ameisen Kohlenhydrate häufig über Honigtau auf. Dieser wird von Blattläusen produziert und von Ameisen gesammelt. Im Formicarium kann diese Energiequelle leicht ersetzt werden.

Typische Kohlenhydratquellen sind:

  • Zuckerwasser

  • Honigwasser

  • Ameisennektar oder spezielles Ameisenfutter

Eine einfache Mischung aus Zucker und Wasser reicht für viele Arten bereits aus. Wichtig ist, dass die Lösung regelmäßig erneuert wird, damit sie nicht verdirbt oder zu schimmeln beginnt.

Kohlenhydratquellen sollten möglichst dauerhaft verfügbar sein, besonders bei größeren Kolonien, da die Arbeiterinnen regelmäßig Energie benötigen.

Proteine – Nahrung für die Brut

Proteine sind besonders wichtig für das Wachstum der Ameisenkolonie. Während erwachsene Ameisen hauptsächlich Energie aus Kohlenhydraten beziehen, benötigen Larven große Mengen an Protein, um sich zu entwickeln.

In der Natur jagen viele Ameisen andere Insekten oder sammeln tote Tiere. Im Formicarium kann man diese Proteinquelle durch verschiedene Futterinsekten ersetzen.

Geeignete Proteinquellen sind zum Beispiel:

  • Mehlwürmer

  • Heimchen

  • Fruchtfliegen

  • Schaben

  • andere kleine Futterinsekten

Viele Halter verwenden auch gefrorene oder getrocknete Insekten, da diese einfacher zu lagern sind und weniger Pflege benötigen.

Bei sehr kleinen Kolonien reicht oft ein kleines Stück eines Futterinsektes aus.

Samen und Körner bei bestimmten Arten

Einige Ameisenarten haben eine besondere Ernährungsweise. Besonders bekannt sind Körnersammler, wie zum Beispiel die Art Messor barbarus.

Diese Ameisen sammeln in der Natur Samen und lagern sie in ihrem Nest. Dort werden die Samen zu einer Art Ameisenbrot verarbeitet, das anschließend von der Kolonie gefressen wird.

Für solche Arten eignen sich:

  • Grassamen

  • Hirse

  • spezielle Ameisensamenmischungen

Diese Samen können in der Arena angeboten werden, wo die Ameisen sie selbstständig ins Nest transportieren.

Wie oft Ameisen gefüttert werden sollten

Die Häufigkeit der Fütterung hängt stark von der Größe der Ameisenkolonie ab.

Eine kleine Kolonie mit nur wenigen Arbeiterinnen benötigt deutlich weniger Nahrung als eine große Kolonie mit hunderten oder tausenden Ameisen.

Als grobe Orientierung gilt:

Kleine Kolonien

  • Kohlenhydrate alle paar Tage

  • kleine Proteinportionen gelegentlich

Mittlere Kolonien

  • regelmäßige Kohlenhydrate

  • Protein ein- bis zweimal pro Woche

Große Kolonien

  • häufige Proteinfütterung

  • kontinuierliche Kohlenhydratquelle

Es ist immer besser, kleinere Mengen zu füttern und diese regelmäßig zu erneuern.

Futterreste entfernen

Ein wichtiger Teil der Ameisenpflege ist das Entfernen von Futterresten. Nicht gefressene Nahrung kann schnell anfangen zu schimmeln oder Bakterien entwickeln.

Viele Ameisenarten besitzen im Nest oder in der Arena spezielle Müllbereiche, in denen sie Abfälle ablegen. Diese können regelmäßig entfernt werden, um das Formicarium sauber zu halten.

Besonders bei Proteinquellen sollte man darauf achten, dass Reste nicht zu lange im Formicarium bleiben.

Wasser und Feuchtigkeit

Neben Nahrung benötigen Ameisen immer Zugang zu Wasser. In vielen Reagenzglas-Setups ist bereits ein Wassertank vorhanden. In größeren Formicarien kann Wasser über kleine Tränken bereitgestellt werden.

Es ist wichtig, dass Ameisen nicht in offenen Wasserflächen ertrinken. Deshalb werden Tränken oft mit Watte oder Schwämmen versehen, sodass die Ameisen sicher trinken können.

Beobachtung der Ameisen

Ein guter Ameisenhalter beobachtet regelmäßig das Verhalten seiner Kolonie. Dadurch kann man schnell erkennen, ob die Ameisen genügend Nahrung erhalten.

Anzeichen für eine ausreichende Versorgung sind zum Beispiel:

  • aktive Nahrungssuche

  • schneller Abtransport von Futter

  • gesundes Wachstum der Kolonie

  • regelmäßige Entwicklung neuer Arbeiterinnen

Wenn Futter regelmäßig ignoriert wird, kann es sein, dass die Ameisen bereits ausreichend versorgt sind.

Häufige Fehler bei der Fütterung

Gerade Anfänger machen bei der Fütterung manchmal typische Fehler. Dazu gehören:

Zu viel Futter
Zu große Mengen können schnell zu Schimmel oder Verschmutzung führen.

Ungeeignete Lebensmittel
Einige Lebensmittel enthalten Zusatzstoffe oder Gewürze, die für Ameisen schädlich sein können.

Zu seltene Proteinfütterung
Ohne ausreichende Proteine kann die Kolonie nicht richtig wachsen.

Offene Wasserquellen
Diese können dazu führen, dass Ameisen ertrinken.

Fazit

Die richtige Ernährung ist entscheidend für eine gesunde Ameisenkolonie. Durch eine ausgewogene Kombination aus Kohlenhydraten, Proteinen und Wasser können Ameisen ihre natürlichen Aufgaben erfüllen und ihre Kolonie weiterentwickeln.

Mit etwas Erfahrung und regelmäßiger Beobachtung lässt sich schnell herausfinden, welche Nahrungsmengen und Futterarten für die eigene Ameisenart am besten geeignet sind.

Eine gut versorgte Kolonie wächst stetig und bietet dem Halter viele spannende Einblicke in das Leben dieser faszinierenden Insekten.